01 Dezember 2013

★ Weihnachtskunst


 -

Fragt man den bundesdeutschen Bürger, was für ihn zu Weihnachten gehört, nennt er wahrscheinlich Geschenke, Weihnachtsbaum, Krippe und vielleicht noch Schnee und Eis.


Elsbeth Schulze Tenberge malte diese Schlittschuhläufer vor dem Schloss in Ahaus.


 -


Galerie van Almsick zeigte Weihnachtskunst



Der Galerist Georg van Almsick in Gronau-Epe arbeitet in seiner Weihnachtsausstellung diese Hitliste ab. Er schenkt dem Besucher Einblicke in die Welt naiver Malerei und Krippen-Kunst aus Polen, dem ehemaligen Jugoslawien, Peru und Deutschland. Ein großer, wunderschön geschmückter Weihnachtsbaum mitten drin ist das optische Bindeglied.

Naive Malerei aus dem Bauch heraus

Die Einstufung als naiver Maler ist spätestens seit Henri Rousseau kein Stigma mehr. Es ist eine Malerei, die unverblümt, unverstellt und dennoch talentiert aus dem Bauch heraus auf die Leinwand springt.

Die münsterländische Malerin Elsbeth Schulze Tenberge (1941 geboren) und der Pole Nikifor (1893 - 1968) gehören zu den klangvollsten Namen der naiven Malerei heute. Über die Hälfte der ausgestellten Arbeiten stammen von diesen Künstlern.
Schulze Tenberge gelangte durch ihre ausgezeichneten Malereien für Unicef weltweit zu Ruhm und Anerkennung. Mit Vorliebe malt sie Ansichten aus ihrer münsterländischen Heimat. Menschen im Schnee vor Haus Rüschhaus, Schlittschuhläufer vor dem Schloss in Ahaus oder das bunte Treiben auf dem Prinzipalmarkt in Münster sind ihre Themen. Akribisch formt sie die kleinen Details in jedem Bild, exakt grenzt sie die Farben ab. Es ist eine lebensvolle, heitere Welt, die in ihrer Fröhlichkeit ansteckend wirkt.

Ein Sonderling malt die Welt

Nikifor galt als Sonderling, der schwerhörig und kränklich als Analphabet ein Außenseiter der Gesellschaft blieb. Doch 1930 entdeckte die Kunstwelt ihn für sich. Er malte sich eine Welt mit prunkvollen Herrenhäusern in parkartigen Landschaften, die für ihn unerreichbar blieben. Und er malte Bahnhöfe in Städten, die für ihn unhörbar blieben. Die Traumbilder seiner Welt konstruierte er mit perspektivisch gebauten Liniengerüsten, die erst danach mit Farbe gefüllt wurden. Ausstellungen seiner Gemälde werden heute nur noch selten eröffnet, obwohl sie in jeder Sammlung naiver Malerei auf der ganzen Welt zu sehen sind. In der Galerie van Almsick werden gleich 24 Arbeiten von Nikifor aus den Jahren 1930 bis um 1960 gezeigt.

-

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen