60er Jahre

Modestile & Trends des 20. Jahrhunderts: Die 60er Jahre - Frischer Wind in der Mode



Das Leben

Die 60er Jahre sind geprägt von einem strukturellen Gesellschaftswandel. Studentenbewegungen und Bürgerrechtsunruhen sind tonangebend für den politischen Gedankenwechsel der Bevölkerung. Mit gewaltfreien Sit-ins protestiert die junge Masse gegen Rassendiskriminierungen und schafft sich das Gehör der Obrigkeit.

Auch das Bewusstsein für Sexualität unterzieht sich einem Wertewandel: Die Flower-Power-Bewegung und die mit ihr einhergehenden Kommunenbildung erschafft eine ganze neue Sexualmoral.

Im Gegensatz dazu macht die Technik erheblich Fortschritte: Neue synthetische Stoffe machen die Feinstrumpfhose sowie den Weltraum-Fahrerlook möglich. Juri Gagarin tritt als erster Mensch einen Raumflug an und die Berliner Mauer wird gebaut.




Die Mode

Das Jahrzehnt der Eleganz und des klassischen Chics geht vorüber und eine neue, junge und vor allem wilde Ära bricht an. Während in den 50ern großer Wert auf Etikette und angemessenes Benehmen gelegt wurde - besonders in der Eltern-Generation - übernimmt in den 60er Jahren die Jugend das modische Ruder. Der Ausbruch aus den starren Konventionen wird als Befreiungsschlag gefeiert und die junge Welt wird schnell zum gesellschaftlichen Leitbild.

Der Anspruch an Mode unterzieht sich einem Wandel - die einstig elitäre Funktion von Kleidung, sich einem gewissen Stand zuzuordnen, weicht der dynamischen Bewegung der Jugendkulturen. Mode zeigt von nun an eine politische Einstellung oder Lebensphilosophie. Typisch für den Stil der 60er Jahre sind die psychedelischen Farbkombinationen sowie die grafischen Drucke - die Kunstrichtungen Pop-Art und Op-Art tragen ihren Teil dazu bei. Außerdem feiert die Hose nun endlich Einzug in den weiblichen Kleiderschrank und der Minirock sorgt für große Aufregung.

Die Frisuren werden entsprechend der extrovertierten Schnitte und Prints toupiert und hochgesteckt.


Die Silhouette

Die wilden Farbgebunden und Muster verlangen nach klaren Schnitten, so erlebt die A-Linie in den 60ern ihr ganz großes Kommen. Weite Ärmel und ein breiter Schlag setzen diese Silhouette fort. Taillierte, breite Gürtel setzten die Körpermitte gekonnt in Szene. Die Weiblichkeit steht wieder im Vordergrund.


Designer

Mary Quant, André Courrèges, Pierre Cardin, Yves Saint Laurent, Paco Rabanne

Ikonen


Twiggy, Jaqueline Kennedy, Uschi Obermaier


Der Mann

Pullover und Pullunder werden leger mit Hemden kombiniert, die Sakko-Hose zum Poloshirt getragen - jedoch bleibt der Anzug immer noch offizieller Leitfaden für die Männermode


Make-up

Knalliger Lidschatten, tiefschwarzer Lidstrich, falsche Wimpern


Must-Haves

Beehive (aus dem Englischen übersetzt: Bienenstock, bezeichnet eine Damenfrisur), Haarband, Schlaghose, bunte Plastik-Armbänder und übergroße Ohrringe


Innovation

Der Minirock sorgt für Furore (Erfinderin: Mary Quant), die Anti-Baby-Pille wird erfunden


Der Skandal

Jugendkulturen heben sich von der elitären Masse ab (Hippies, Mods, Rocker, Beatfans)


Die Musik

Beatles, Rolling Stones, James Brown, Bob Dylan, Jimi Hendrix und John Coltrane







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