40er Jahre

Modestile & Trends des 20. Jahrhunderts: Die 40er Jahre - Es lebe die Weiblichkeit



Das Leben

Der Alltag der Frauen im zweiten Weltkrieg war geprägt von Problemen und Sorgen, wie Lebensmittelbeschaffung, Versorgung der Familie und die Männer im Krieg. Eine durch Propaganda ins Leben gerufene Heimatsfront sollte den Zusammenhalt der Zuhausegebliebenen und der Soldaten stärken. Ab 1942 bangte man auch um das eigene Leben als die Alliierten ihre Luftangriffe ausweiteten. Durch die Zwangsrationierungen, die meist sehr knapp ausfielen, sorgten sich viele um ihre Essensmarken. Während der Kriegsjahre bestimmten Hunger, Zerstörung und Angst das Leben der Deutschen.
Trotzdem beschäftigten sie sich weiterhin auch in den 40er Jahren mit der Mode, wenn auch nicht so intensiv wie in den vorhergegangenen Jahrzehnten. Stoff- und Kleidungsrationierungen durch die jährliche Reichskleiderkarte erschwerten es, sich modisch zu entfalten. Die 100 Punkte musste sorgsam eingeteilt werden, ein Kostüm brauchte beispielsweise schon 45 Punkte auf. Ideenreichtum war gefragt.
In England wurden sogar Gesetze erlassen, die nach einem Nützlichkeitsprinzip Angaben zum maximalen Faltenwurf und der Ärmelweite festlegten. Überschüssige Verzierungen wie Stickereien oder Pelz waren generell untersagt.


Die Mode

Durch die Rationierungen von Textilien wurde die Kleidung in den 40er Jahren gezwungenermaßen aus möglichst wenig Stoff hergestellt. Kurze und schmale Kleiderschnitte und Bleistiftröcke bestimmten die Silhouette der 40er Jahre, bei denen jedoch immer die Knie bedeckt sein mussten - alles andere wäre obszön gewesen. Die Stoffe waren grober und oftmals griffen die Frauen in der Not zu abgelegten Männersachen, die umfunktioniert wurden. Nähkenntnisse waren für die Verarbeitung der Mode unverzichtbar. Inspirieren ließ man sich natürlich auch von den Uniformen der Soldaten. Die Kostüme schienen strenger und kantiger, die Schultern waren betont, die Taille schmal zugeschnitten. Auch die Röcke und Hosen betonten die weiblichen Formen und wurden highwaist getragen. Durch die Vereinheitlichung des NS-Regimes wurde auch die deutsche Trachtenmode wieder ins Styling aufgenommen.

Accessoires wurden in den 40er Jahren kaum noch getragen. Um sich trotzdem ein Gefühl von Vielfalt zu erhalten wurden bei Hüten austauschbare Dekorationen bevorzugte. Perlonstrümpfe waren Mangelware und so wurden die rückwärtige Naht einfach auf das nackte Bein aufgemalt. Plateauschuhe wurden zum Trend erhoben, da anstatt Leder, Holz und Kork für die Sohlen verwendet wurde, was günstiger und leichter zu beschaffen war.

In Paris stellte man trotz aller Armut weiterhin Haute Couture her und behielt den Titel der Modestadt, auch wenn einige der bekannten französischen Designer, wie zum Beispiel Elsa Schiaparelli, emigrierten. Dagegen konnten auch die Nazis nichts ausrichten, die versuchten die deutsche Mode weiterhin nach ihren Vorstellungen zu etablieren. Selbst wohlhabende Deutsche bestellten ihre Kleidung bei französischen Modehäusern. Ende der 40er Jahre machte Dior mit seinem New Look in Paris Furore.


Die Silhouette


Die Mode der Kriegsjahre betonte weibliche Rundungen wie Hüfte und Busen. Die Sanduhr-Silhouette erfreute nicht nur die Damen.


Designer

Jede Hausfrau, die sich selbst behelfen musste, wurde zur Designerin.

Norman Hartnell, englischer Modeschöpfer, kreierte sparsame Mode nach Vorschriften der Königin.


Ikonen

Schauspielerinnen wie Ilse Werner, Zarah Leander, Rita Haywoth, Joan Crawford.

Pilotin Hanna Reitsch die von dem NS-Regime zum Idol ihrer Zeit erhoben wurde.


Der Mann

Da die Männer verpflichtet waren der Armee zu dienen, trugen sie überwiegend Uniform. Man hatte andere Sorgen als das eigene modische Auftreten, doch beeinflusste die Kleidung der Soldaten die Damenmode. Kostüme, die sich an strengen Schnitten orientierten waren Trend.


Make-up

Knallroter Lippenstift, Hochsteckfrisuren, dunkelroter Nagellack, Chanel no.5

Must-Haves

Bleistiftrock, Riemchensandalen und Peeptoes, Turbane, um ungepflegtes Haar zu verdecken


Innovationen

Der bullett bra, ein spitz zulaufender BH und der Military-Look für Frauen


Der Skandal

Die deutsche Swing-Jugend, eine oppositionelle Jugendkultur, die sich mit amerikanischen Lebensformen identifizierte.


Die Musik


Auch in der Musik fand häufig Zäsur statt. Entartete Musik wurde verboten.
Es blieben Unterhaltungsmusik, Volkslieder, Tanzschlager und Werke von Wagner und Beethoven, die ideologisch umgedeutet wurden.



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